CHINA 2005

Wandern auf der Chinesischen Mauer und Besuch des Internationalen Wanderfestivals im Reich der Mitte sowie viele touristische Überraschungen wurden für 15 ÖVV-Wanderfreunde zum einzigartigen Erlebnis

06. - 16. November 2005


Absolute, atemberaubende Highlights

„Walk on the Great Wall“ - Wandern auf der Chinesischen Mauer - diesmal im Abschnitt „Ming“.

Besuch des Int. Wanderfestivals in Yangshuo am Li River

Stadtwanderung mit Blick auf die Skyline und den Hafen Hongkongs

vermittelten Eindrücke, die zu bleibenden Erinnerungen fürs ganze Leben geworden sind. Nicht zuletzt die kameradschaftliche Geselligkeit der Beteiligten prägte den bleibend positiven Gesamteindruck einer gelungenen Reise.

Nach dem im Vorjahr der ÖVV unter der Ägide des 1. Präsidenten Andreas Lehner (Anmerk. d. Redaktion: inzwischen in Personalunion auch IVV-Vizepräsident) und Schriftführer Robert Walzer in Pionierarbeit erste offizielle Kontakte im Reich der Mitte geknüpft und den Chinesischen Volkssportverband (CVA) in den IVV aufgenommen haben, wurden Anfang November 2005 die internationalen Beziehungen weiter intensiviert.

1. EtappeWanderung auf der Chinesischen Mauer: Abschnitt Ming

In Begleitung von Hr. Jin Qiao, Generalsekretär des CVA, seiner Assistentin Li Yue (auf gut österreichisch Linda) und einer einheimischen Reisegruppe haben vorgenannte ÖVV-Repräsentanten und weitere Wanderfreunde aus Österreich, Deutschland und Japan zu Beginn der China-Tour gemeinsam historische Gemäuer bewandert.

Völkerverbindende Dokumentation: Teilnehmer/innen aus den Verbänden ÖVV, JVA (Japan), DVV (Deutschland) und CVA mit der neuen chinesischen Verbandsflagge

Bei herrlichem Wetter und bester Fernsicht waren nicht nur der kilometerlange Verlauf der Mauer sondern auf beiden Seiten auch sehenswerte hügelige Gras- und Baumlandschaften, zwischendrin einsame kleine Ansiedlungen, erkennbar. Der Anblick war so friedvoll und verdrängte jeglichen Gedanken, warum das Reich der Mitte sich vormals so vor Feinden abschotten musste. Heute zieht die Mauer friedlich und immer noch abseits jeglicher geschäftigen Großstadtregung (Peking liegt 160 km entfernt) über 5 000 km quer durch das weite Land. Das historische und zugleich sehenswerte Panorama ist alleine schon die weite Reise nach Asien wert. Für jeden Chinareisenden ist der Besuch der Mauer ein absolutes Muss.

                               

Die Berg- und Tal Wanderung auf der Chinesischen Mauer wurde abschließend mit dem IVV-Stempel in Original chinesischen Schriftzeichen belohnt: 


IVV-Vizepräsident A. Lehner, CVA-Generalsekretär Q. Jin,
ÖVV-Schriftführer R. Walzer (von links

2. Etappe - Stadtwanderung in Peking

Die Besichtigungen von Sommerpalast mit seinem riesigen kaiserlichen Garten am Kunming-See , Himmelstempel mit seinen Drachenfiguren an den Dachgraten, Lamatempel inklusiv Pekings größter Budda-Statue, eine Rikschafahrt im Hutong-Bezirk (Altstadt) und viele weitere Sehenswürdigkeiten verschafften einen umfassenden Einblick in die lebhafte 40 Millionen Einwohner Stadt Beijing (Peking).

                                          

Wandern und Sightseeing machen natürlich hungrig. Peking ist eine Stadt mit unzähligen Restaurants. Unser chinesischer Guide, Mr. Long Shuan führte uns in die besten, und ein Mal durften wir sogar bei einer chinesischen Familie in das Wohn-/Esszimmer

   

„eindringen“ und einheimisches Mittagsessen bis zum Sattwerden kosten. Selbst der eigens für die Winterzeit angesetzte Chinaschnaps wurde uns europäischen Langnasen – wie uns die Asiaten liebevoll nennen – nicht vorenthalten. Sozusagen als Belohnung, weil wir die chinesische Originalspeise vorbildlich mit Stäbchen verzehrten.

Zu allen Mahlzeiten gab es traditionell Jasmintee - natürlich bei Bedarf auch Bier, Cola und so manches Glas Chinarotwein. Schließlich galt es ja den Geburtstag eines Mödlinger Wanderfreundes gebührend zu feiern.

3. Etappe
Wanderfestival hinter Yangshuo, zwischen Karstbergen und Li River

Nach dreistündigem Flug trafen wir um die Mittagszeit im südlicheren Teil Chinas, der Kleinstadt (?) Guilin, 1 Million Einwohner zählend, ein. Die Stadt erhielt ihren Namen von den Kassia-Bäumen, die im Herbst den süßlichen Duft ihrer Blüten über die ganze Stadt verbreiten.

Auf unserem weiteren Weg in die Stadtmitte, direkt an der Fußgängerzone, lag das Hotel „Großer Wasserfall“ – unweit von unserer Hotelanlage. Hier war nun bei einbrechender Abenddämmerung ein besonderes Schauspiel zu beobachten: Unmittelbar vom Hausdach des Hotels prasselte aus 18 m Höhe ein richtiger Wasserfall an den Fenstern vorbei in die Tiefe. Mehrere indirekte Strahler produzierten imposante Lichteffekte, die diese bizarre Darbietung zu einem phantastischen Wunderwerk vollendeten.

Am nächsten Tag brachte uns der Bus in die sehr touristisch ausgeprägte Hafenstadt Yangshou. Zahlreiche Souvenir- und Textilläden sowie Gastronomie/Cafés und Hotels aneinander gereiht zeugten von südländischem Flair und erinnerten eher an das italienische Florenz. „Waren wir noch im Reich der Mitte?“ Bei Temperaturen um 23 Grad saßen wir abends im T-Shirt vor der Bierhalle (hieß wirklich so) und verkosteten äußerst schmackhaftes Dunkelbier. Der anschließende Schlaf war entsprechend tief.

Noch gestärkt vom Dunkelbier startete morgens um 9.00 Uhr der Bus zum Ausgangspunkt des Wanderfestivals nach Yangshou. Die abendliche Stärkung war übrigens kein Fehler, denn aus Gastfreundschaft gegenüber den zahlreich angereisten Japanern und Wanderfreunden aus anderen Landesteilen Chinas gab es ausschließlich asiatisches Frühstück – nicht jedermanns Sache.

Nach gut 40 Busminuten kamen wir in Yangshou an und erlebten als Europäer sicher den absoluten Höhepunkt dieser Wanderreise. Ein traumhaftes Wanderparadies, das seines gleichen sucht wartete auf uns. Für viele Chinesen und Japaner bestimmt auch keine alltägliche Strecke.

Gleich nach der Eröffnungsfeier mit Willkommensgruß aller beteiligten Nationen - dabei besonders sehenswert die folkloristischen Darbietungen der Einheimischen

 

- ging´s mit großen Schritten auf die Strecke, immer den Li River entlang. Mal auf der rechten Flussseite, mal auf der linken. Zweimal setzte uns ein Fischerboot ans jeweilige Ufer. Der Weg führte uns zwischen den kegelförmigen Karstbergen, die sich über 80 m seitlich hoch türmten, an Erdnusssträuchern, Reisfeldern, Bananenstauden, Bambushaine vorbei, und mehrmals waren Wasserbüffelherden zu bewundern.

               

                        

Der zweite Wandertag am Li River musste leider wegen wasserfallähnlichen Regengüssen während der Nacht und auch noch in den Morgenstunden entfallen. Alternativ wurde eine Überlandwanderung entlang dreier Fischerdörfer angeboten und von vielen unerschütterlichen, „wasserdichten“ Wanderern brav mitgemacht.

       

4. Etappe – 
Stadtwanderung in Guilin

Zurück in Guilin fanden wir bis zum Abflug nach Hongkong noch ausreichend Zeit eine Stadtwanderung zu absolvieren. Sehenswerte Pagoden mit Blumengarten am Flussufer und der Elefantenrüsselberg an einem See sowie eine katholische Kirche lagen auf der Strecke. Unser chinesischer Reiseleiter hatte erhebliche Schwierigkeiten den Namen Elefantenrüsselberg auszusprechen. Na ja, der chinesische Begriff dafür „Xiangbishan“ kam bei uns Europäern auch nicht richtig über die Lippen.

Mit der Dragonair ging es dann am späten Abend in einer Flugstunde nach Hongkong.

 

5. Etappe
Sightseeing zu Wasser, zu Fuß sowie eine Stadtwanderung in Hongkong

Hongkong, das Manhatten am Perlfluss. Noch vor 150 Jahren eine kahle Insel mit kaum einem Haus drauf. Heute sind nur noch Hochhäuser zu sehen, die 7 Millionen Einwohner beheimaten. Welch eine Entwicklung? Jetzt in der Neuzeit ist hier deutlich der Puls des Lebens zu spüren. Mehr Geschäftigkeit auf weniger Quadratmetern ist wohl kaum zu übertreffen.

Davon spürten wir in unserem erstklassigen Hotel mitten im Zentrum nichts. Nach einer ruhigen Nacht folgte ein atemberaubender Sightseeing-Tag. Zuerst die Wanderung am Peak, dem Berg oberhalb der Stadt, mit traumhafter Aussicht auf zwei Inselseiten. Anschließend eine Hafenrundfahrt im Fischerboot, danach ein äußerst schmackhaftes Mittagessen auf einem großen bunten Bootsrestaurant. Es folgten Blumen- und Vogelmarkt und schließlich abends die Lasershow, ein Lichtspiel der Hotels am Ufer des Victoria-Harbour-Sees. Nicht zu vergessen der Anblick tausendfacher Leuchtreklame in der Stadt, die vielen Doppelstockbusse und noch bis spät in die Nacht Menschenmassen, die durch die Straßen drängelten. Welch eine faszinierende Stadt für jung und alt. Hongkong muss man gesehen haben.

Eine jede Reise hat ein Ende. So brachte uns die Lufthansa in 11 Std. 40 Minuten nach Frankfurt am Main und von da teilte sich die nette Wandergruppe in alle Richtungen: Wien, Linz, Salzburg, München, Fulda und Bremen.

Abschließend danken wir an dieser Stelle nochmals allen Organisatoren aus China und Österreich für die gelungene Reise mit zahlreichen interessanten Veranstaltungen und freuen uns heute schon auf die nächste Reise mit dem ÖVV.

Anmerkung der Autoren: Der Reisebericht enthält nur ein Bruchteil von dem, was wir sehen und erleben durften. Die vollständige Wiedergabe würde den Rahmen dieser Homepage sprengen. Als weitere Info-Quelle findet sich bestimmt die eine oder andere Unterhaltung auf IVV-Veranstaltungen oder während weiterer Gruppenreisen.

Reisebericht von Rudolf Bischoff, Fulda